30 Jahre Pannobile: Blaufränkisch wird Österreichs wichtigste Zukunfts-Rotweinsorte

Sie gelten als visionärste Winzervereinigung Österreichs: Zu ihrem 30-Jahre-Jubiläum prognostizieren die Winzerinnen und Winzer der Golser Pannobile-Gruppe Österreich eine glorreiche Weinzukunft.

PANNOBILE. Der Zeit voraus. Seit 30 Jahren.

Mit ihrem visionären und auch radikalen Denken haben sie die Gegenwart des österreichischen Weins selbst im hohem Ausmaß geprägt, nun lässt die Pannobile Winzervereinigung aus Gols zu ihrem 30-jährigen Bestehen mit einer spannenden Prognose aufhorchen: Das Weinland Österreich wird am Weltmarkt zukünftig eine noch wichtigere Rolle einnehmen und Blaufränkisch hat das Zeug zum neuen Weltstar. Bei ihrem Zukunfts-Weintasting am Mittwoch im Wiener Restaurant TIAN nannten die Winzerinnen und Winzer der neun Pannobile-Weingüter auch die Gründe für ihre Prognose. „Es ist das stetige Streben zu Bio und biodynamischen Anbauweisen und vor allem die autochthone Rebsorte Blaufränkisch, die mit dem sich ändernden Klima am besten zurecht kommt. Wir werden neue und höhere Lagen für den Weinbau erschließen können. Sogenannte Cool-Climate-Weine sind schon heute am internationalen Markt sehr gefragt.“

Zu ihrem Jubiläum startet Pannobile eine Tour durch ganz Österreich sowie nach Frankreich (Jura) und auch nach Deutschland (München). Gezeigt werden Raritäten, aber auch aktuelle Weine, welche die Zukunft des Weins am deutlichsten abbilden. Alles unter dem Motto: PANNOBILE. Der Zeit voraus. Seit 30 Jahren.

Federführend für die Gründung von Pannobile vor 30 Jahren war der Winzer Hans Nittnaus. „Wir haben uns damals zusammengetan, weil uns eine gemeinsame Idee angetrieben hat. Wir wollten Weine machen, die typisch und authentisch für unsere Region stehen. Die Herkunft sollte erkennbar sein. Heute ist Pannobile ein Synonym für genau diese Werte. Die Weine der Gruppe sind internationale Botschafter für Gols, für das Burgenland und für das gesamte Weinland Österreich“, erinnert sich Nittnaus, auf den auch die heute so bekannte Wortmarke „Pannobile“ zurückzuführen ist. 30 Jahre nach Gründung von Pannobile erscheint der Ursprungsgedanke der Gruppe heute moderner denn je: eine Vereinigung aus Winzerinnen und Winzern von heute neun Weinbaubetrieben, die losgelöst von jeglichen Konventionen sich nur einem verpflichtet fühlt – ihrer Herkunft. Und zwar was die Böden betrifft, die Gegend und das Klima der eigenen Region. „Was heute logisch klingt, war vor 30 Jahren eine radikale Idee“, erinnert sich Gernot Heinrich, einer der Gründungsväter von Pannobile. „Forciert wurde damals der Anbau internationaler Rebsorten im Weingarten und der Einsatz modernster Technik im Keller. Erfolgreich am Markt waren jene, die den großen Vorbildern aus den arrivierten Regionen der Welt am nächsten kamen.“

Es gehörte schon eine große Portion Individualismus und noch mehr Selbstbewusstsein dazu, sich dem hochmodernen und technisierten Zeitgeist der frühen 90er-Jahre zu widersetzen und sich auf das zu besinnen, was die Region von sich aus imstande ist herzugeben. Sieben Winzer aus Gols wollten damals genau das: Herkunftstypizität! Und somit weg vom kräftigen Holzeinsatz und schweren Weinen mit uniformiertem Geschmack. So entstand Pannobile als revolutionäre Idee dieser Sieben. Neben Gernot Heinrich waren das Paul Achs, Matthias Beck, Hans Gsellmann sowie Matthias Leitner, Hans Nittnaus und Helmuth Renner. 1998 stieß Gerhard Pittnauer zur Gruppe, 2004 Claus Preisinger. In insgesamt fünf der neun Betriebe ist bereits die nächste Generation an Bord: Judith Beck, Stefanie, Susanne und Georg Renner, Andreas Gsellmann sowie Lydia, Martin und Andreas Nittnaus und Gernot Leitner.

Die Charaktere der Winzerinnen und Winzer sind so unterschiedlich wie die Lagen und Böden der Region. „Vielfältig und spannend“, wie Claus Preisinger es formuliert. „Am Nordrand des Neusiedler Sees treffen unterschiedliche klimatische Zonen aufeinander – hier ist der Boden geprägt vom Kiesel, im Leithagebirge ist es der Kalk, am Wagram in Gols wiederum sind es an den Hanglagen die sandigen Lehmböden mit unterschiedlichen Kalkeinschließungen.“ Sensibel arbeiten die Winzer diese Feinheiten heraus. Was am Ende als Wein in den Flaschen mündet, gehen nicht nur unzählige Stunden an Handwerk im Garten und Keller voraus, sondern vor allem auch etliche Diskussionen untereinander. Oft heftig geführt, immer aber mit Wertschätzung und inhaltlicher Tiefe. „Wein war für uns immer auch ein Ausdruck von Haltung. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserer Region, den Böden und der Natur“, sagt Judith Beck.

Visionäres Denken und kompromissloses Handeln waren für Pannobile-Winzer seit jeher maßgeblich für den heutigen Erfolg. Als ein Großteil der Gruppe in den Jahren 2006 und 2007 die Bewirtschaftung der Weingärten auf biologisch-dynamische Richtlinien umstellte, war man seiner Zeit erneut weit voraus. Heute werden acht Pannobile-Betriebe biodynamisch geführt, der neunte ist Bio zertifiziert. Das Resultat sind präzise Weine voller Lebendigkeit und Trinkfreude. Gerhard Pittnauer: „Wir wollen uns klar absetzen von standardisierten Industrieweinen. Die Marke Pannobile ist letzten Endes auch ein Versprechen für den Konsumenten – ein Versprechen für einen beseelten Wein mit Herkunft.“ Nicht zuletzt deshalb sind die Weine der Pannobile-Winzer heute Exportschlager, gelistet in den besten Restaurants der Welt und somit internationale Botschafter ihrer Region sowie des gesamten Burgenlands. Auch national sind die Erfolge groß wie Dutzende von Auszeichnungen der vergangenen 30 Jahre belegen.

Auch wenn sich in den vergangenen 30 Jahren vieles verändert hat, eines ist noch immer gleich geblieben: Einmal im Jahr bringt jeder der neun Winzer zumindest einen Wein auf den Markt, der die Geschichte der Region am besten erzählt und genau deshalb so heißt wie die Gruppe selbst – also Pannobile. Das Besondere: In einer Verkostung benötigt jeder dieser Weine die einstimmige Zustimmung der gesamten Gruppe. Ein Rotwein darf nur aus den besten Trauben von Zweigelt, Blaufränkisch und St. Laurent vinifiziert sein. Beim Weißen sind es alle heimischen Sorten wie Chardonnay, Weißburgunder, Neuburger, Grauburgunder, Grüner Veltliner oder Welschriesling. Diese Weine stehen als Synonym für Herkunft und zählen heute auch aufgrund ihrer Lagerfähigkeit zu begehrten Sammlerstücken.

www.pannobile.wine

PANNOBILE Jubiläumstour 2024
PANNOBILE. Der Zeit voraus. Seit 30 Jahren.
16.03.: Weinfest im Schloss Stainz
24.-25.03.: Le nez dans le Vert | Jura
06.04.: Dafner Kellervinothek | Wein im Schloss in Ranshofen
13.04.: München
15.04.: Waki`s Weinwunder | LENTOS Kunstmuseum Linz
19.-20.04.: Golser Weinfrühling im Weinkulturhaus
22.-23.05.:  Karakterre | Eisenstadt
24.05.: Café Prückel | Wien
25.-27.05.: VieVinum | Hofburg Wien
07.09.:  PANNOBILE Tag | Gols
20.10.: Adrimasch | Gols
24.10.: Wein&Co / Kick-Off am Schottentor | Wien
21.11.: Döllerer | Golling
03.12.: Wedl | Saalfelden / Weinfest

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Michael Pech

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